ETHIOPIA - Wild Grown Kafa Forest Coffee Gr.2

  • Herkunft: Ethiopia
  • Grade: Wild Grown Kafa Forest Coffee.Grad.2; selective handpick, Rohkaffee
  • Region: In der Provinz Kafa imSüdwesten v.Äthiopien in den dortigenBergregenwäldern(Kafa Coffee Biosphe.)
  • Produzent: Kafa Genossenschaft
  • Aufbereitung: Rohkaffeebohnen sind washed
  • Aussehen: Rohkaffee
  • botanische Varietät: unzählige Wildformen d. coffea arabica
  • Erntejahr: 2017


Anzahl:

  • Duft des Kaffeemehls (dry) (1-5): 4.50
  • Duft des Kaffeemehls (wet) (1-5): 3.50
  • Qualität der Säure (1-10): 9.50
  • Geschmack und Tiefe (1-10): 9.50
  • Körper (1-5): 4.40
  • Abgang (1-10): 9.40
  • Eindruck (1-5): 4.50
Gesamtpunktzahl(+50): (von 100): 95.3
Hier geht es zur Fotoreportage über den Kaffee-Anbau in Äthiopien von Jochen Weber: http://reportagen.foto-grafo.de/?p=59

Die äthiopischen Wild Forest Kaffees

Die Kaffeepflanze Coffea Arabica stammt aus den Bergwäldern Südwest Äthiopiens. Dort wurde sie entdeckt und es entstanden Züchtungen, die heute in der ganzen Welt verbreitet sind. Die Pflanze kommt in ihrer wilden Form jedoch nur in ihrem Ursprungsgebiet in Äthiopien vor. Es geht um den Schutz des Naturwaldes und den Schutz der wilden Kaffeepflanze. Nur im Naturwald ist die ursprüngliche genetische Vielfalt der Kaffeepflanzen gegeben (Äthiopien ist übrigens eines der acht Gen Zentren unseres Planeten). Und nur durch eine behutsame Nutzung des Waldes kann sichergestellt werden, dass die arme lokale Bevölkerung sich an seinem Schutz beteiligt und nicht darauf angewiesen ist, weitere Waldflächen zu roden und der Landwirtschaft zuzuführen.

Mit Unterstützung der EU hat die äthiopische Regierung drei große zusammenhängende Waldgebiete identifiziert, die besonders schutzwürdig sind und als Biodiversitäts-Schutzgebiet für die Pflanze Coffea Arabica gelten: Kontir-Berhan, Yayu und Harenna. Diese wurden abgesteckt und es wurde ein besonderes Schutzprogramm aufgelegt. Die lokale Bevölkerung hat eine besondere Berechtigung, Kaffee zu sammeln. Gleichzeitig steht sie in der Verantwortung, Vieheintrieb, Abschlag von Bäumen etc. zu verhindern.

Das Schutzkonzept sieht eine Kernzone vor, die frei ist von menschlichen Eingriffen. Der Kontir-Kaffee wird in der Übergangszone gesammelt. In dieser ist den registrierten Nutzern das Sammeln und eine naturnahe Bewirtschaftung der Kaffeepflanzen erlaubt, jedoch dürfen keine Bäume geschlagen oder genetisch fremde Pflanzen eingebracht werden

Am weitesten sind die Schutzmassnahmen im Naturwald von Kontir vorangekommen, der ca.9000 ha umfasst. Er liegt im Bezirk Sheko (Hauptstadt: Mizan Teferi), südwestlich von Äthiopiens, zur Grenze zum Sudan. Im Interesse aller sollen der Naturwald und die wilde Kaffeepflanze geschützt werden. Die Kaffeekenner sollen die Möglichkeit haben, den Kaffee so zu genießen, wie er ursprünglich gewachsen ist.

Die Regierung hat im Jahre 2003 begonnen, die Kaffeesammler der Gegend mit besonderen Genehmigungen auszustatten. Sie dürfen den Wildkaffee absammeln, sind aber gleichzeitig zu einem besonderen Schutz der Wälder verpflichtet. 200 staatliche Forstwächter überwachen diese Vereinbarung. Damit übernimmt die Regierung eine fortschrittliche Haltung – Schutz der Naturwälder und des in ihnen enthaltenen genetischen Potentials durch ihre Nutzung, und nicht mehr gegen die Bevölkerung.

Die Lebensbedingungen der Kaffeebauern in den Regenbergwäldern des Südwesten Äthiopiens (Grenze zum Sudan) sind äußerst hart. Der Südwesten ist eine ausgesprochene Randregion Äthiopiens. Schulen Basisgesundheitsdienste etc. gibt es überhaupt erst seit wenigen Jahrzehnten. Auch heute noch liegen die Indikatoren für Schulbesuch und Gesundheitsversorgung auf erschreckend niedrigem Niveau. Drei Viertel der Mädchen gehen weniger als drei Jahre zur Schule. Für jede Art von Ausgaben, seien es Schulgeld, Geld für Arztbesuche und Medikamente oder Radio-Batterien (Stromversorgung gibt es kaum) bedarf es des Einkommens durch den Verkauf von Kaffee. Der Verfall der Kaffee-Preise im Weltmarkt, ausgelöst durch Kapazitätsausweitungen anderer großer Erzeugerländer, ist in Äthiopien auf die Erlöse der Kaffeebauern durchgeschlagen. Für viele Familien bedeutet das, statt großer Armut, die aber noch Raum für Hoffnung ließ, nun echtes Elend.

Im Idealfall könnte die behutsame und langfristig angelegte Förderung der Marke Wildkaffee aus Äthiopien helfen, das Einkommen der Bauern langfristig zu stabilisieren. Die  Mehrerlöse würden einen Beitrag zu Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitseinrichtungen und Schulen leisten. Die Förderung des Qualitätsgedankens im Anbau bzw. Sammeln und Verarbeiten von Kaffee wird helfen, die Einkommensquelle Kaffee langfristig zu schützen.

Produzent des Wild Forest Kontir Organic Certified sind staatlich lizenzierte Kaffeesammler von den landwirtschaftlichen Betrieben, die um den Urwald Kontir-Berhan angesiedelt sind  und das Kaleb Services Farmers House  von Mr. Teklehaimanot. (http://www.kafahouse.com), dessen Qualitätsstreben die  exzellente Aufbereitung der Kontir-Kaffeekirschen und Sortierung der Rohkaffeebohnen ermöglicht.

Mehr Informationen zum BCS Gütesiegel: http://www.bcs-oeko.de/

Mehr Informationen zum Land Äthiopien: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84thiopien

Der Kontir-Berhan Naturwald ist Gegenstand eines Forschungsprogramms der Universitäten Bonn und Addis Abeba : www.coffee.uni-bonn.de

Probeanmerkung:

Urwälder werden auch Primärwälder genannt und sind die natürlichsten Waldökosysteme. Sie weisen eine natürliche Vegetation auf, dessen natürliche Lebensdynamik ohne sichtbaren menschlichen Einfluss ungestört verläuft. Eine Wildnis im ursprünglichen Sinn des Wortes: Laubwerk und Äste der Bäume überlappen in mehreren Lagen ineinander und bilden meist nach oben hin eine geschlossene Decke; Lianenpflanzen in allen Größen und Arten weben von Baum zu Baum ein wirres, klaustrophobisches Netz und überall wachsen Moose, Farne, Flechten, Palmen und all die anderen Grünpflanzen auf und unter mächtigen Bäumen. In dieser Wachstumsumgebung der ursprünglichen Regenwaldgebieten, in den Kaffeewäldern des Südwesten Äthiopiens, hat von der Gattung Coffea aus der botanischen Familie der Rubiaceae die Art Coffea arabica wohl schon vor Menschengedenk ihren Standort behaupten können. Einige schon sehr alte Coffea arab. Pflanzen winden sich 5-10m die Bäume hoch, andere wachsen noch als Sämling auf dem humusreichen Urwaldboden. An üppige Erträge ist hier natürlich nicht zu denken. Es erfordert eine ernorme Kraftanstrengung und Ausdauer, bis ein Kaffeesammler 10 kg rote Kaffeekirschen gesammelt hat, die dann so 1 bis 2 kg Rohkaffeebohnen ergeben werden. An dieser Stelle ausdrücklichen Dank an all die Kaffeesammler, die diesen Kafa Coffee erst ermöglicht haben. Qualitativ hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Die Rohkaffeebohnen sind von zarter, blaugrüner Farbe, sehr kompakt. Ihr Duft ist eher neutral. Neben kleine und kleinsten Bohnen in normaler Form, sowie rundliche Perlbohnen, überwiegt die schmale, längliche Bohnenform. Auf fast jeder Bohnen haften Reste der weißlich schimmernden Silberhäutchen. Wirklich betörend ist der Duft des City+ Kaffeemehls: eine opulente Dichte und Würze, getragen von einem nicht näher bestimmbaren, zart-herben floralen Duft (erinnert etwas an den Duft von Honigwaben, die noch verdeckelt sind!). Das feuchte Kaffeemehl ist weniger geruchsintensiv und lässt nicht vermuten, welcher Kaffeeschatz da verborgen ist. Den entdeckt man erst nach dem ersten Schluck (bitte nicht zu heiß probieren - der Kafa gewinnt deutlich im lauwarmen Zustand!)... Ja, wie soll man diesen Geschmack umschreiben: faszinierend und bezaubernd. Leicht bittersüß, Noten von Jasmin, Citrus, Aprikosen, Waldmeister(?)...Die feine, weinige, reife Säure ist die Seele des Wild Kafa und alles andere als wild : In sanfter Art balanciert sie mit Finesse und Eleganz die 1001-Düfte und Aromen zu einem harmonischen Meisterwerk aus. Ein Kaffee für den Herrn Bischof und ein Muß für jeden Kaffeefreund. Von der Intensität ein zarter, intensiver Kaffee mit einer wohlproportionierten Duft-und Aromen-Komposition und einer wunderbaren, reifen, weichen Säure.

Röstempfehlung:

Der Kafa Forest Coffee ist ein sehr guter Röster. Die Rohkaffee Bohnen gehen auf wie kleine Luftballons und bekommen eine wonnig glänzend braune Röstfarbe. Auf jeden Fall komplett durch das 1.Knacken, also City bis City plus. Möglich ist auch, bis an den Rand von Full City hineinzurösten. Aber bitte nicht mehr.
 
Lieferzeit: 1-3 Tage

Angaben gemäß den Vorschriften der EU-Lebensmittelinformations-Verordnung Nr. 1169/2011 

Verkehrsbezeichnung: Rohkaffeebohnen
Zutaten: 100% Rohkaffee
Nettofüllmenge: 1000g
Mindesthaltbarkeitsdatum: siehe Etikett auf der Packung, Restlaufzeit bei Auslieferung jedoch  mindestens 24 Monate
Hersteller: Rohkaffee-Company Berlin, Lilienthalstr.22, 10965 Berlin
Ursprungsland: Ethiopia
Aufbewahrung: kühl und trocken lagern
Sonstiges: enthält von Natur aus Koffein