INDONESIEN - Sulawesi Kalosi

  • Herkunft: Indonesien, Sulawesi
  • Grade: Sulawesi Kalossi Grade 1 , selective handpick;
  • Region: South Sulawesi -Tanah Toraja (growing region around towns of Rantepao and Kalosi); NN 1000-1400m
  • Produzent: various small Farms; Mill: Sarimakmur (Medan)
  • Aufbereitung: Semi dry, sun dried
  • Aussehen: Rohkaffee
  • botanische Varietät: Sulawesi Toraja Kalossi (S795 varietal)
  • Erntejahr: 2016


Anzahl:

  • Duft des Kaffeemehls (dry) (1-5): 4.50
  • Duft des Kaffeemehls (wet) (1-5): 3.00
  • Qualität der Säure (1-10): 9.20
  • Geschmack und Tiefe (1-10): 9.30
  • Körper (1-5): 4.50
  • Abgang (1-10): 9.30
  • Eindruck (1-5): 4.30
Gesamtpunktzahl(+50): (von 100): 94.1

Sulawesi (früher Celebes) ist eine der großen Inseln Indonesiens. Sie ist etwa so groß wie Deutschland und liegt zwischen Borneo und Neuguinea. Das Kernland von Sulawesi befindet sich in der heutigen indonesischen Provinz Sulawesi Selatan. Es wird geprägt von einer stark zerschnittenen Bergregion vulkanischen Ursprungs (höchster Punkt liegt bei 3455m ü. NN), umgeben von vier Halbinseln und großen Buchten. Die Nähe zum Äquator beschert der zentralen Bergregion ganzjährig starke Niederschläge (4000mm im Jahr) und ideale Klimabedingungen für das Entstehen von dichten Regen- und Hochnebelwäldern und Urwaldvegetation. In den Wald- und Urwaldgebieten, die sich über die halbe Insel ausdehnen, führen bis heute einzelne Ethnien ein steinzeitliches Leben. Auch viele andere von den 300 verschiedenen Völkern Indonesiens haben auf Sulawesi einen Lebensraum gefunden. Landwirtschaftlich genutzt wird aber nur 5% der gesamten Inselfläche, bevorzugt für den Anbau von Mais, Reis, Kaffee und Gewürze.

In der zentralen Bergregion, in der Umgebung der kleinen Stadt Randepao, auf der Hochebene Tanah Toraja lebt das Volk der Toraja. Im 9. oder 10.Jh. aus Kambodscha eingewandert, zogen sie im 15.Jh. von der Küste in diese von immensen Kalksteinfelsen geschützte, fruchtbare Hochebene, zum Schutz vor der vom Hinduismus zum Islam konvertierten Ethnie der Bugis. Kultur, Sitten und Gebräuche der Toraja haben sich seit Jahrhunderten kaum geändert und wird bestimmt von den von Generation zu Generation überlieferten Glauben, wo Geister, Dämonen, Mythen und der Ahnenkult ein zentrale Rollen einnehmen.

Sulawesi produziert jährlich ca. 70.000 Sack Arabica-Kaffee. Die Anbaufläche liegt zwischen 760m bis 1070m. Angebaut wird meist die Arabica-Varietät Sumatra, eine natürliche Typica-Mutation. Geerntet wird selektiv durch Handlese der reifen, roten Kaffeekirschen. Aufbereitet werden die Kaffeekirschen bevorzugt nach der Semi-Dry-Methode, in all ihren Abwandlungen. Trotz der Unbeständigkeit des Wetters und das damit verbundene hohe Risiko des Verderbens der Ernte wird hier und da auch die echte Dry-Methode für die Aufbereitung angewendet.

Der Kaffeeanbau auf Sulawesi liegt in den Händen von kleinen Familienbetrieben, die auf einer durchschnittlichen Fläche von 1,44 ha u.a. Kaffee anbauen. Der Verkauf des Pergaminos ist aber für ca.5 Mill. Sulaweser die Haupeinnahme im Jahr. Ge- und Verkauft wird der Pergamino und grüner Kaffee auf dem Markt des Dorfs Kalosi. Kalosi liegt auf der Strecke Rantepao, Makale, Mebali, Kalosi, Maiwa, Rappang und von dort  in Richtung Ujung Pandang. Es ist eine alte Tradition, dass in Kalosi der Ort in Sulawesi ist, wo Kaffee gehandelt wird. Auf dem Kalosimarkt kaufen auch die Einkäufer der Mill Sarimakmur (Medan) Kaffeebohnen ein, der dann in den Kaffeewerkstätten der Sarimakmur Mill in Medan etliche Sortierungsprozesse durchlaufen. Die so ausgewählten Bohnen  kommen dann unter den Markenname Kalosi oder Sulawesi Kalosi in den Export.

Probeanmerkung:

Die Bohnegröße des Kalossi Rohkaffee ist recht unterschiedlich: klein und rund, Pearlbeans, mittelgroß, groß, länglich und flache Bohnen. Die Farbe ist, wie fast immer bei indonesischen Rohkaffee, sehr überraschend: ein leicht bronziertes Olivengrün, von hell bis dunkel, fast kein Spreu. Oberfläche relativ glatt. Milder Duft. Das Full City Kaffeemehl dry ist von einer konzentrierten Textur, duftet einladend herb-würzig, Duftnuancen von Bitterschokolade. Die Tasse ist kolossal. Schon das Bukett zeigt deutlich, das in der Tasse Kraft steckt. Der erste Geschmackseindruck bestätigt diese Vermutung: riesiger Körper. Am Gaumen dominieren zuerst Noten von Bitterschokolade und gerösteten Nüssen. Erst langsam entfaltet der Kalosi seine volle Größe, ohne dabei an Struktur zu verlieren. Ganz wunderbar eingewoben sind subtile Aromen von Tabak, schwarzer Pfeffer, feuchte Erde eines frisch gepflügten Ackers. Die leichte, weiche Säure ist ideal gesetzt. Eine überaus körperreiche, vollmundige und vielschichtige Tasse mit dem gewissen Extra. Im langen Finish ein geheimnisvoller Nachhall von einer feinen mineralischen Note. Eine klassische Sulawesi Tasse. Vorzüglich. Von der Intensität ein Kaffee mit einem riesigen Körper, vielschichtig, mit weicher Säure.

Röstempfehlung:

Röstet man zum ersten Mal indonesische Rohkaffe Bohnen, kann man recht schnell in Panik geraten: zu einem Röstzeitpunkt, wo andere Rohkaffee Bohnen schon eine gewisse Röstbräune entwickeln, kommen die indonesischen Bohnen in der Farbe von altem, in der Sonne ausgebleichten Teakholz daher, zudem noch ungleichmäßig und gesprenkelt. "Das kann nicht sein, Kaffeebohnen müssen braun sein" denkt man sich, und verlängert und verlängert und...die Röstzeit. Richtig braun werden die Bohnen trotzdem nicht, höchstens schwarz. Die Tasse bezeugt dann, dass die kostbaren Bohnen ruiniert sind. Deshalb ein Tipp an dieser Stelle: Nicht alle, aber die meisten indonesischen Bohnen werden nicht braun und haben meist ein sehr ungleichmäßiges, fleckiges Röstbild. Deshalb ist es angebracht, indonesischen Bohnen nach Gehör und Zeit zu rösten und nicht nach Farbwert und Aussehen. Den Kalosi z.B. glatt durch das 1. Knacken führen (beim Gene-101 fliegen kurz vor und während des 1.Knackens auffällig viel Spreu in Richtung Spreufilter) plus ein gutes Stück Röstzeit weiter, so bis Full City (City+ ist aber auch möglich). Auch Sulawesibohnen können wie Sumatrabohnen schnell einen Dieselton in der Tasse entwickeln, wenn sie unterröstet sind, ihre Wucht und Raffinesse jedoch schnell verlieren, wenn sie überröstet sind. Full City+ ist schon zuviel.
Angaben gemäß den Vorschriften der EU-Lebensmittelinformations-Verordnung Nr. 1169/2011 
Verkehrsbezeichnung: Rohkaffeebohnen
Zutaten: 100% Rohkaffee
Nettofüllmenge: 1000g
Mindesthaltbarkeitsdatum: siehe Etikett auf der Packung, Restlaufzeit bei Auslieferung jedoch  mindestens 24 Monate
Hersteller: Rohkaffee-Company Berlin, Lilienthalstr.22, 10965 Berlin
Ursprungsland: Indonesien - Sulawesi
Aufbewahrung: kühl und trocken lagern
Sonstiges: enthält von Natur aus Koffein