Gene  Coffee-Bean Roaster CBR-101 GER 230V (50/60Hz)

Der CBR-101 GER (ca. 25cm breit, 25cm hoch, in der Länge 40cm ohne und 50cm mit Spreufilter) ist ein  herausragender Haushaltsröster, da er praktisch dem Heimröster un­be­grenz­te Möglichkeiten bietet, den Röstverlauf zuverlässig zu steuern: Rösttemperatur und ‑zeit können während der Röstung beliebig oft und unabhängig voneinander, in Bruchteilen von Se­kun­den, nach oben oder unten verändert, der Röstprozess sekundenschnell abgebrochen werden (dazu braucht man nur ca. 2-3 Sekunden lang den roten Drehknopf zu drücken). Lediglich zwei handliche Drehknöpfe werden für diese so flexible Steuerung benötigt: ein roter Knopf für die Tem­pe­ra­tur­einstellung, für Start und manuelles Stoppen der Röstung, ein blauer für die Röstzeit und das Ein- und Ausschalten des Rösters. Die Temperaturskala reicht bis 250°C, einstellbar in Ein-Grad-Celsiusschritten, ein Zeitintervall ist 30 Minuten lang, kann aber ja während der Röstung beliebig oft sechssekundengenau verkürzt oder ver­län­gert werden. Beide Werte werden auf einem gut lesbaren Display ständig aktualisiert angezeigt, die Zeit in abzählender Form, die Temperatur im Wechsel Ist-Soll. Die Rösttrommel besteht aus einer sehr stabilen (jedoch nicht unzerbrechlichen!) Glaskanne (16cm hoch, 11cm Durchmesser), die es gestattet, den gesamten Röstverlauf auch mit den Augen zu verfolgen und zu kontrollieren.

 

Allerdings kann das Gerät aufgrund seiner technischen Möglichkeiten auch zum Feuerspeier werden: 300g Rohkaffeebohnen 30 Minuten lang bei 250°C Heißluft rösten – das geht mit Sicher­heit nicht gut und führt zur Zerstörung des Rösters durch Feuer. Deshalb an dieser Stelle nochmals der Hinweis, der für den CBR-101 nicht minder gilt als für alle anderen Heimröstgeräte: Lassen Sie Ihr Gerät bei laufender Röstung NIEMALS unbeobachtet und arbeiten Sie besonders bei den dunk­le­ren Röstgraden mit noch einmal erhöhter Aufmerksamkeit. Unbedingt ist auch nach jeder Röstung das Gerät sehr sorgfältig von aller Spreu zu reinigen (ein einfacher Universalpinsel Größe 3 er­leich­tert diese Arbeit erheblich) – vor allem die Glasrösttrommelkanne und den Spreufilter, der leicht abnehmbar und zu entleeren ist. Wenn Sie mit dem CBR-101 vorzugsweise Espresso­mischungen rösten, wozu das Gerät bestens geeignet ist, müssen Sie außerdem nach etwa 15 bis 20 Röstungen die Glasinnenseite und auch den Spreufilter, durch den zugleich die Röstheißluft ab­ge­führt wird, von den Kaffeeölen befreien.  Siehe hierzu auch : Reinigung der Glasröstkanne/ Trommel.

 

Im Zusammenhang mit der Feuergefahr ist auch die auf der Glasröstkanne in ungefähr 2cm Höhe an­gebrachte Markierung mit dem Schriftzug «Dry Process Beans» («Bohnen aus trockener Auf­be­rei­tung») zu verstehen (im Handbuch des CBR-101 steht auf Seite 9 in der Graphik links unten statt des­sen «Capacity for Brazilian», also «Füllhöhe für brasilianische Bohnen»; dabei ist «Bra­zil­ian» stell­vertretend für alle Dry Process Beans zu verstehen, obwohl aus Brasilien natürlich auch Bohnen aus nasser oder halbtrockener Aufbereitung kommen – hierzu mehr im Abschnitt Theorie). Weil trocken aufbereitete Rohkaffeebohnen naturgemäß mehr Spreu mit sich bringen (auch hierzu mehr im Abschnitt Theorie), empfiehlt der Hersteller vorsorglich, pro Röstung die Charge mit Dry Pro­cess Beans so zu bemessen, dass die Markierung – sie entspricht ca. 200g bis 250g Roh­kaf­fee­bohnen – nicht überschritten wird.

 

Auf Seite 14 des Handbuchs werden acht Röstgrade vorgestellt und die für ihr Erreichen jeweils be­nö­tigten Zeit- und Temperatur-Einstellungen angegeben. Unsere bisherigen Erfahrungen mit dem CBR-101 zeigen mir aber, dass die Werte ab dem Röstgrad «High Roasting» zu hoch bemessen sind: Die Tassenqualität solcherart gerösteter Bohnen ist mit zu vielen Röstaromen nachgerade über­laden, und die feinen Säuren fehlen komplett. Ein geschmacklich deutlich besseres Tassen­ergebnis haben wir mit einer zweistufigen Röstung erreicht, auch als doppelte Röstung bekannt: z.B. Kenia Pearlbeans, gewaschen, 125g. ERSTE STUFE:  8 Minuten bei 160°C  moderates Auftanken der Bohnen mit Rösthitze bis in das sehr frühe Stadium der Gelbphase (Dehydrierung der Bohnen). Abbruch und vollständige Abkühlung der Rohkaffee-Bohnen außerhalb der Rösttrommel (circa 30 Minuten). ZWEITE STUFE: 1. OHNE BOHNEN Rösttrommel 5 Minuten mit 200°C vorheizen.  2. Abbruch des Vorheizens: roter Drehknopf 2 bis 3 Sekunden drücken und Rösttrommel  herausheben; den Ventilator für die Thermostat-Lüftung unbedingt anlassen, also nicht mit dem blauen Knopf auf „AUS“ drücken.   3. abgewogene Menge Rohkaffeebohnen in die Rösttrommel einfüllen, Tem­pe­ra­tur (roter Drehknopf) wieder auf 200°C (die Thermostat-Lüftung wird jetzt automatisch unterbrochen), die Zeit auf 18 Minuten einstellen.  4.Start (roter Knopf drücken). Die Bohnen werden jetzt zuerst ganz moderat 5 Minuten bei 200°C mit Rösthitze aufgetankten. Ganz kurz, so bei 13,1 Minuten (0,1 Minuten sind beim CBR-101 sechs Sekunden, 0,2 Minuten 12 Sekunden….0.9 Minuten 54 Sekunden), die Temperatur (die Temperatur ist je nach Rohkaffeeprovinenz verschieden, z.B. benötigen Costa Rica -Bohnen SHB schon 243°-244°C, bei Guatemala Bohnen reichen 240°C) auf 240°C erhöhen (ACHTUNG: DABEI NICHT DEN ROTEN KNOPF DRÜCKEN, WAS UNWEIGERLICH ZUM RÖSTABBRUCH FÜHREN WÜRDE!!). So nach circa 6 bis 6,5 Minuten, der Spreuflug in Richtung Spreufilter ist jetzt auch sichtbar erhöht, ist ein deutlicher Kaffeeröstgeruch wahrnehmbar. Die Bohnen stehen kurz vor dem 1. Knacken. Der Prozess des 1.Knackens findet meist zwischen 6,5 und 3,5  (angezeigte Zeit auf dem Display) statt. Sind die Bohnen für die Herstellung von Filterkaffee gedacht, direkt nach dem 1. Knacken die Temperatur mit dem roten Knopf auf  210°C reduzieren ( auch hier wieder Obacht:  nicht auf den roten Knopf drücken, was unweigerlich den Röstprozess abbrechen und die Kühlungsphase in Gang setzen würde; Temperatureinstellung durch DREHUNG des roten Knopfs bewerkstelligen: drehen im Uhrzeigersinn Erhöhung, gegen den Uhrzeigersinn Verringerung der Temperaturwerte). Je nach Ihrem Geschmack rösten Sie noch ca. 1,5 Minuten  für den Röstgrad City, für den Röstgrad City plus 2 Minuten, für den Röstgrad Full City bis zum Ende der eingestellten Zeit, eventuell auch länger. Dann müssen Sie vor Ablauf der eingestellten Zeit die Zeit  wieder erhöhen. Ist der von Ihnen gewünschte Röstgrad erreicht, den Röst­vor­gang manuell beenden (2 bis 3 Sekunden den roten Knopf gedrückt halten), Trommel aus dem Röster heben (Achtung: schützen Sie Ihre Hände vor der Hitze der Rösttrommel;  beim CBR-101 reicht hierfür ein dicker Topf­lappen) und die Bohnen in ein Haushaltsieb schütten. Sofort mit einem Holzlöffel zu rühren be­ginnen, um eine schnelle Kühlung der Bohnen herbeizuführen. Die Bohnen können dann noch für circa 5 Minuten zum Beispiel auf ein Pizzablech ( am besten schon vor Röstbeginn im Tiefkühlfach eiskalt vorkühlen) ins Tiefkühlfach gestellt werden. Die gerösteten Bohnen anschließend noch 3 Tage in einem luftdicht verschließbaren, geruchsneutralen Behälter ruhen lassen. 

 

Zwar verfügt der CBR-101 auch über eine automatische Kühlungsphase, die direkt nach Ablauf der jeweiligen Röstzeit mit dem Einblasen kühlerer Luft einsetzt. Diese Kühlungsphase nimmt aber ver­gleichsweise viel Zeit in Anspruch und vermag außerdem das Weiterrösten der Bohnen über den gewünschten Röstgrad hinaus nicht zu verhindern. Am besten sollte die Röstung stets ein wenig vor Erreichen des gewünschten Röstgrads abgebrochen und die Bohnen dann sofort außerhalb der hei­ßen Rösttrommel durch Rühren gekühlt werden. Auch hier rösten die Bohnen aufgrund der von ihnen aufgetankten Rösthitze noch ein klein wenig weiter, aber bei weitem nicht so intensiv, wie wenn sie in der Rösttrommel gekühlt würden.

 

Nach dem Ausschütten der heißen Bohnen aus der Glasröstkanne sollte die Kanne unbedingt in den hier­für vorgesehenen Standfuß gestellt werden. Geben Sie besonders auf den aufgeklappten Deckel der Kanne acht, der relativ schwer ist. Allzu leicht kann man z.B. mit dem Ellenbogen den Deckel be­rühren, besonders in der meist recht hektischen Phase der Abkühlung der Bohnen, aber auch beim Be­füllen mit Rohkaffeebohnen, und die Glasröstkanne zum Kippen bringen. Fällt sie dann auf einen ge­fliesten Küchenboden, so geht das Glas wohl zu Bruch. Die Glaskanne ist der empfindlichste Teil der Röstmaschine.

 

Vierundzwanzig Stunden nach der Röstung: Die Tasse hat eine ganz wunderbare, feine, weinige Säu­re, breitgefächerte, vorrangig blumige Aromen und einen sehr ausbalancierten Körper. Ein Hochgenuss. Bei dieser sanften Art der Röstung ist das 1. Knacken (mehr hierzu im Abschnitt Theo­rie) praktisch nicht zu hören. Die Kontrolle des Röstverlaufs erfolgt allein anhand der Ver­än­de­run­gen von Geruch und Farbe sowie der Zeit- und Temperatureinstellungen.

 

Wenn Sie die Röstung manuell beenden, kann es vorkommen, daß die Rösttrommel nicht genau in der Position zum Stehen kommt, die es Ihnen erlaubt, die Rösttrommel aus dem Röster zu heben. In diesem Fall drücken Sie den roten Knopf zweimal: Die Trommel bleibt dann in der richtigen Po­si­tion stehen. Bitte nie die Korrektur der Trommelposition gewaltsam mit der Hand ausführen – der Motor des CBR-101 wird Ihnen das sehr schnell übelnehmen.

 

Bitte zwängen Sie auch nie die Rösttrommel nach dem Befüllen mit Rohkaffeebohnen mit Gewalt in die dafür vorgesehene mechanische Halterung. Die Rösttrommel sitzt zwar sehr stramm in dieser Halterung, doch kann sie dort ohne Gewalt recht einfach sowohl eingeklinkt als auch wieder her­aus­gezogen werden. Besonders bei einem neuen Gerät sollten Sie außerdem nach dem Einsetzen der Rösttrommel prüfen, ob deren Boden auch richtig in der dafür vorgesehenen rechten Halterung sitzt, indem Sie mit der Hand von oben die rechte Seite der Trommel leicht nach unten drücken. Oft rutscht sie dann noch einmal drei, vier Millimeter nach unten. Sitzt die Kanne an dieser Stelle – von der aus die Heißluft direkt in die Rösttrommel geleitet wird – nicht richtig, entwickelt der Röster während der Trommelumdrehungen recht merkwürdige Geräusche.

 

Der leistungsstarke Motor des CBR-101 arbeitet eigentlich ziemlich leise (65 dB), vergleichbar einem elektrischen Drehspießgrill. Dennoch ist das 1. und 2. Knacken der Bohnen nur, wenn über­haupt, mit großer Mühe hörbar, da es von den fallenden Bohnen in der sich diagonal drehenden Röst­trommel übertönt wird. Man kann versuchen zu lernen, das Geräusch der fallenden Bohnen in der Glasrösttrommel – wo sie mit Hilfe eines perforierten Metallblechs so geführt werden, daß sie sich während der recht langsamen Rotationsbewegungen der Trommel fortlaufend wenden – vom 1. und 2. Knacken zu unterscheiden; doch bleibt das eine schwierige Übung. Mit der Geruchs- und Farb­überprüfung sowie der überaus genauen Zeit- und Temperaturkontrolle des CBR-101, ganz zu schweigen von der sich allmählich einstellenden Kaffeerösterfahrung, hat der Heimröster jedoch ge­nü­gend Kontroll- und Steuerinstrumente zur Verfügung, um mit diesem herausragenden Kaffeeröster Roh­kaffeebohnen sicher und wiederholbar in wohlduftende Röstbohnen zu verwandeln.

 

Die folgenden Bilder des CBR-101 GER sind uns von der Familie Bartsch zur Verfügung gestellt worden:






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