Hearthware Gourmet Coffee Roaster (i-Roast I)

 

  • Dieser gehört zu den ersten industriell gefertigten Röstmaschinen der Nachkriegszeit für das selber Kaffeerösten. Er wird inzwischen in China hergestellt und von Nordamerika aus vertrieben. In puncto Röstergebnisse und Haltbarkeit ist dieses Gerät von sehr guter Qualität. Es handelt sich um einen klassischen Fluid-Bed-Röster: Der Rohkaffee wird mittels eines heißen Luftstroms gleichzeitig geröstet und bewegt. Der Röstbehälter ist aus ungefärbtem Glas und hat die Form einer Glaskaffeekanne, ähnlich den Kannen automatischer Kaffeefiltermaschinen. Die klare Sicht auf die Rohkaffeebohnen erlaubt es Ihnen, den gesamten Röstprozeß mit den Augen zu verfolgen. Dem Röster ist eine ausführliche, leicht verständliche (allerdings nur auf Englisch verfaßte) Bedienungsanleitung beigelegt, die Sie unbedingt lesen und aufbewahren sollten. Der Röster besteht aus drei Hauptteilen: einer Basis («power base»), dem Glasröstbehälter und einem Spreufilter, der die Silberhäutchen schon während der Röstung einsammelt. Der Filter seinerseits besteht aus Deckel, zylindrischem Metallsieb und Sockel. Er ist leicht zu reinigen, muß freilich auch nach jeder Röstung entleert werden, da ein verstopfter Filter den Röstverlauf verfälscht.
  • Den Glasröstbehälter auf der Basis zu arretieren, ist nicht ganz einfach und erfordert Fingerspitzengefühl bei gleichzeitigem geschicktem Krafteinsatz: Grobe Gewalt wird den Glasbehälter nur zerbrechen. Machen Sie sich daher zuerst klar, wie die Verbindung von Glasbehälter und Basis von der Konstruktion her gedacht ist. Vorgesehen ist eine recht stramme Verbindung. Es ist empfehlenswert, zuerst den Spreufilteraufsatz auf den Glasbehälter zu schrauben, der dadurch deutlich stabiler und handhabbarer wird, bevor Sie dann den Glasbehälter auf die Basis setzen und mit ihr verbinden. Sind die beiden Teile nicht richtig miteinander verbunden, blinkt im Display des Steuerungspanels das Wort «Pot» auf; bei geglückter Verbindung erscheint eine Null.
  • Pro Röstung können 130g bis 150g Kaffeebohnen verarbeitet werden. Bitte auch hier die zu röstende Menge mittels Wägung und nicht nach Volumen bestimmen.
  • Das Herzstück des Hearthware-Rösters ist sein ausgeklügeltes elektronisches Steuerungsmodul, welches innerhalb eines bestimmten Temperatur- und Zeitrahmens (160°C-250°C, max. 15 Minuten) ein exzellentes individuelles Rösten ermöglicht. Dem Anfänger werden außerdem zwei bereits einprogrammierte Röstoptionen geboten: «Preset 1» für eine hellere Röstung, «Preset 2» für die dunklere.
  • Geröstet wird, beim individuellen wie beim vorgegebenen Programm, in drei Stufen: Aufwärmen, Auftanken mit Rösthitze bis zum ersten Knacken, Rösten bis zum gewünschten Röstgrad. Um mit dem Röster vertraut zu werden, ist es sinnvoll, zunächst eines der vorgegebenen Programme zu verwenden. Für eine dunkle Röstung beispielsweise müssen Sie nur auf «Preset 2» und anschließend auf «Roast/Temp» drücken. Gleich zu Beginn der Röstung vergewissern Sie sich, daß der Rohkaffee von Anfang an ausreichend vom Heißluftstrom bewegt werden. Ist dies nicht der Fall, rütteln Sie kurz am Gerät und nehmen bei der nächsten Röstung etwas weniger Rohkaffee. Während des Programmablaufs wird Ihnen auffallen, daß das Gerät mit unterschiedlichen Heißluftgeschwindigkeiten arbeitet � mal schneller, mal langsamer. Das liegt an den unterschiedlichen Temperaturvorgaben für die drei Stufen des Röstprozesses, die beim Preset 2 folgendermaßen aussehen: Stufe 1: 235°C, 6 Minuten; Stufe 2: 205°C, 4 Minuten; Stufe 3: 235°C, 1:30 Minuten. (Beim Preset 1 sind vorgesehen: Stufe 1: 196°C, 3 Minuten; Stufe 2: 218°C, 4 Minuten; Stufe 3: 235°C, 2 Minuten.) Die dunkle Röstung ist also nach 11:30 Minuten beendet. Eine vierminütige Abkühlphase schließt sich automatisch an. Danach müssen Sie die gerösteten Kaffee-Bohnen augenblicklich aus dem Röstbehälter nehmen, denn dieser ist � ebenso wie die gesamte Röstmaschine � trotz des Kühlprozesses immer noch fast heiß, und die Aromen der frischgerösteten Bohnen würden in dieser Umgebung leiden.
  • Beim individuellen Rösten können Sie auf jeder der drei Stufen Ihre eigenen Temperatur- und Zeitvorgaben machen, bei der Temperatur beginnend bei 160°C, in 2°C-Schritten, bei der Zeit in Sekundenschritten, wobei auf die drei Stufen insgesamt maximal 15 Minuten verteilt werden können. Die Programmierung ist einfach. Drücken Sie die Tasten «Roast/Temp» und «Cool/Time» gleichzeitig: Das Display zeigt «Pro 9» an. Jetzt betätigen Sie nur die Taste «Roast/Temp»: Im Display erscheint «St 1» für «Stufe 1». Mit den Pfeiltasten können Sie nun die Temperatur einstellen. Wenn Sie anschließend die Taste «Cool/Time» drücken, leuchtet im Display «St 2» für «Stufe 2» auf. Verfahren Sie so wie auf Stufe 1. Haben Sie auch Stufe 3 programmiert, drücken Sie wieder die beiden Tasten «Roast/Temp» und «Cool/Time» gleichzeitig � das Display zeigt nun «Set». Um Ihr individuelles Röstprogramm zu starten, brauchen Sie jetzt nur noch auf «Roast/Temp» zu drücken. Ärgerlich an der Memory-Funktion des individuellen Röstprogramms ist allerdings, daß sie nur funktioniert, solange das Gerät mit Strom versorgt ist. Wenn Sie das Gerät abschalten, werden all Ihre Eingaben für Ihr persönliches Röstprogramm gelöscht und müssen nach neuerlichem Einschalten des Gerätes erst wieder eingegeben werden. Deshalb ist es ratsam, die einschlägigen Daten zumindest der gelungenen Röstungen in einem kleinen Heftchen schriftlich festzuhalten. Daneben kann man auch noch die jeweilige Zimmertemperatur, Art und Größe der Rohkaffee-Bohnen, Beginn des ersten und zweiten Knackens und nicht zuletzt das Ergebnis der sensorischen Tassenprüfung notieren .
  • Röstzeit und -temperatur sind nur zwei Parameter unter anderen. Vor allem sind es Ihre Sinnesorgane und Ihre Erfahrung, die über den Röstverlauf entscheiden, auch wenn Sie mit einem vorgegebenen Programm arbeiten. Haben Sie beispielsweise schon auf Stufe 2 den Eindruck, daß die Kaffee-Bohnen Ihnen zurufen: «wir haben genug und fühlen uns jetzt am wohlsten», dann betätigen Sie einfach die Taste «Cool/Time», und die Röstung wird sofort beendet bzw. durch die einsetzende Kühlung abgelöst. Möchten Sie die Röstung über die eingegebene Zeit hinaus verlängern (was jedoch nur auf Stufe 3, nur vor Ablauf der eingegebenen Zeit, nur innerhalb des zeitlichen Gesamtbudgets von 15 Minuten und auch nur einmal pro Röstung möglich ist), so tun Sie das mit Hilfe der Pfeiltaste.
  • Die Rösttemperatur läßt sich während des Röstverlaufs jederzeit abfragen. Drücken Sie die Taste «Roast/Temp», und die aktuelle Temperatur wird Ihnen zwei Sekunden lang angezeigt. Diese Temperatur liegt meist etwas unter der von Ihnen einprogrammierten � etwa 10°C bis 20°C darunter, manchmal auch mehr. Der Grund dafür ist die Luftbewegung im Röster. Korrigieren können Sie diese Differenz zwischen gewünschter und tatsächlicher Temperatur, indem Sie anfangs eine etwas höhere Temperatur eingeben. Wünschen Sie also z.B. in der Aufwärmphase 160°C zu erreichen, so geben Sie bei Stufe 1 statt dessen 170°C ein. Wieviel Sie genau hinzuaddieren müssen, um auf Ihre Wunschtemperatur zu kommen, werden Sie nach einigen Sitzungen mit dem i-Roast schnell selbst gut einschätzen können.
  • Für dieses Gerät gilt, wie für das Kaffeerösten ja allgemein: nicht zu viel, nicht zu wenig Rösthitze, nicht zu kurz, nicht zu lang die Röstzeit. Dabei sollte das Ziel in jedem Falle sein, die Röstung gleichmäßig bei stetig ansteigenden Temperaturen, ohne große Temperatursprünge, durch die drei Stufen zu führen. Vermeiden Sie es, die kurz vor dem ersten Knacken angelangten Bohnen (mittleres Braun) allzulang auf diesem Entwicklungsstand �schmoren� zu lassen. Vermeiden werden sollten auch Temperaturen über 245°C. Stellen Sie bei einer dunklen Röstung lieber die Zeit auf der dritten Stufe möglichst hoch ein, verfolgen dann aufmerksam den Röstverlauf und beenden den Prozeß zum �richtigen� Zeitpunkt (d.h. kurz vor Erreichen des gewünschten Röstgrads, da die Bohnen nachrösten) per «Cool/Time»-Taste.
  • Für die Aufwärmphase empfehle wir 170°C bis 180°C einzugeben (entspricht einer tatsächlichen Temperatur [tT] von 160°C bis 170°C), bei einer Röstzeit von 2 bis 3 Minuten. Die Einstellungen für die zweite Stufe sind davon abhängig, aus welcher Höhenlage der Rohkaffee stammt: Hochlandbohnen (SHB-Bohnen) benötigen eine höhere Rösthitze als Flachlandbohnen. Bei letzteren empfehlen wir daher ca. 205°C (tT ca. 190°C) und eine Röstdauer von 3 Minuten eingeben; bei Hochlandbohnen ca. 235°C bis 240°C (tT 220°C bis 230°C) und ebenfalls 3 Minuten. Auf der dritten Stufe steigen die Vorgaben bei Flachlandbohnen auf etwa 230°C bis 240°C (tT 215°C bis 230°C) und 3 bis 4:30 Minuten, bei Hochlandbohnen auf 235°C bis 245°C (tT 225°C bis 235°C) und 4 Minuten. Überhaupt muß der dritten Stufe die größte Beachtung geschenkt werden. Wahrscheinlich werden Sie später aus pragmatischen Gründen � um die Röstzeit auf der dritten Stufe gegebenenfalls voll ausnutzen zu können � bei der Programmierung dazu übergehen, der dritten Stufe die gesamte nach Abzug der ersten beiden Stufen von der 15minütigen Gesamtzeit verbliebene Restzeit zuzuschlagen («Full»), um dann zum selbstgewählten �richtigen� Zeitpunkt die «Cool/Time»-Taste zu benutzen.
  • Schwer zu rösten sind entkoffeinierte Bohnen, weil sie nur wenig Spreu bzw. Silberhäutchen haben, der Filter daher frei bleibt und die Heißluft schneller abziehen kann. Auf diese Weise reicht die erzeugte Rösthitze nicht mehr ganz für ein befriedigendes Ergebnis aus. Sie können sich aber damit behelfen, daß Sie die zu röstende Kaffeemenge um 30% bis 50% reduzieren; das wirkt. Oder Sie belassen die Spreu der vergangenen Röstung ausnahmsweise im Filter, wenn die nächste Röstung aus entkoffeinierten Bohnen bestehen soll.
  • Mit einer Reduzierung der Rohkaffee-Menge um 10% bis 30% können Sie auch hier wiederum direkten Einfluß auf den Geschmack der Tasse nehmen: Eine kleinere Menge Rohkaffee-Bohnen röstet schneller und ergibt bei mittleren Röstgraden eine milde, säurebetonte Tasse mit klarer, frischer Aromastruktur, bei dunklen Röstgraden hingegen wird die Entwicklung pfeffriger Aromen gefördert und die Säure gemildert.
  • Bitte beachten Sie noch folgendes: Bleiben Sie während der gesamten Röstzeit beim Gerät, denn auch wenn es nach Programm arbeitet, müssen Sie unter Umständen eingreifen, da jede Kaffeebohnen-Charge sich anders verhält als ihre Vorgängerin (sie ist «ein anderer Röster»), selbst wenn sie aus dem gleichen Sack stammt. Wichtig ist auch die Raumtemperatur � eine zu kalte Umgebung verfälscht das Röstergebnis. Vorgängermodelle des Hearthware ließen sich sogar erst ab einer Zimmertemperatur von 16°C einschalten. Achten Sie auf gute Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz und legen Sie sich ein Vergleichsmuster bereit.
  • Der Hearthware-Röster arbeitet relativ langsam, ist also kein Turboröster. Außerdem ist seine Betriebslautstärke etwas zu hoch: Das erste Knacken der Bohnen ist gerade noch zu hören, das zweite Knacken (das ja eher ein Rauschen ist), wird von der Lautstärke des Geräts vollends übertönt. Die Herstellerfirma, Hearthware Company, weist ausdrücklich darauf hin, daß der i-Roast kein Profigerät ist. Zur Schonung der Thermostate sollte man ihm zwischen zwei Röstungen zwei Stunden Zeit zur Abkühlung geben.

www.i-roast.com

Temperaturumrechnung
Fahrenheit in Celsius   Celsius in Fahrenheit
Zur Umrechnung 32 subtrahieren  Zur Umrechnung mit 9/5 multiplizieren
und mit 5/9 multiplizieren:   und 32 addieren:
Beispiel: 50°F – 32 = 18 × 5/9 = 10°C Beispiel: 10°C × 9/5 = 18 + 32 = 50°F